DDQT-Gütesiegel für Lehrer und Kursleiter

Da das TQN (Taijiquan & Qigong Netzwerk) seinen Austritt aus dem DDQT (Deutscher Dachverband für Qigong und Taijiquan) erklärt hat, stellt sich für viele Qigong- und Taijiquan-Kursleiter und -Lehrer, die bisher Netzwerk-Mitglied waren, die Frage, wie sie zukünftig ein DDQT-Gütesiegel bekommen bzw. verlängern können.

Hierzu möchte ich zwei mögliche Wege aufzeichnen:

1.  Über eine der über 60 Mitgliedsorganisationen im DDQT
Jede/r Kursleiter/in oder Lehrer/in für Qigong oder Taijiquan kann sich an eine der DDQT-Mitgliedsorganisationen (MGO) (siehe http://ddqt.de/ddqt-mitgliederliste/) wenden, um über diese MGO ein Gütesiegel zu beantragen (http://ddqt.de/ddqt-guetesiegel/). Die aktuellen DDQT-Gütesiegelträger werden auf Wunsch auf der DDQT-Website veröffentlicht: http://ddqt.de/guetesiegeltraeger/

2.  Über eine direkte Mitgliedschaft im DDQT
Voraussichtlich ab 2016 wird für Kursleiter und Lehrer, die die Allgemeinen Ausbildungsleitlinien (AALL) des DDQT erfüllen und die dementsprechend ein DDQT-Gütesiegel beantragen möchten, eine direkte Mitgliedschaft im DDQT möglich sein. Die dazu notwendigen Satzungsänderungen, insbesondere auch die Frage nach der Vertretung von Einzelmitgliedern auf Mitgliederversammlungen durch Delegierte oder Räte, werden in der 2. Jahreshälfte 2015 erarbeitet und voraussichtlich von einer Mitgliederversammlung beschlossen.

Schon jetzt ist eine Fördermitgliedschaft von Einzelpersonen im DDQT möglich, die optional ab 2016 in eine Einzelmitgliedschaft für Lehrende (Kursleiter und Lehrer) mit DDQT-Gütesiegel umgewandelt werden kann.

Der DDQT informiert fortlaufend aktuell über die weitere Entwicklung auf seiner Website unter Aktuelles: http://ddqt.de/aktuelles/

Antragsformulare zur Mitgliedschaft im DDQT stehen zum download bereit: http://ddqt.de/mitglied-werden/

 

Kommentar zur Presseerklärung des Vorstands des TQN

Der Vorstand des TQN (Taijiquan & Qigong Netzwerk Deutschland) hat am 22. April 2015 folgende Presseerklärung veröffentlicht:

„In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 18. April 2015 beschloss das Taijiquan & Qigong Netzwerk Deutschland (TQN) den Austritt des Vereins aus dem Deutschen Dachverband für Qigong und Taijiquan (DDQT).
Die Versammlung folgte damit dem auf folgender Grundlage gestellten Antrag des Vorstands: Die seit Jahren gewünschte und von den Mitgliedern des Netzwerks aufgrund einer Umfrage in 2014 geforderte Strukturreform der Dachverbandsarbeit sowie die Diskussion über ein echtes Dach von Verbänden ohne Einzelmitglieder wurde nicht ergebnisorientiert vorangetrieben. Eine Dachverbandsarbeit, die auch den Interessen eines auf demokratischer Vielfalt (aller Taiji- und Qigong-Übenden) beruhenden Verbandes gerecht wird, wie dem Taijiquan & Qigong Netzwerk und der Deutschen Qigong Gesellschaft, wurde im DDQT bis heute nicht umgesetzt, was bereits 2013 zum Austritt der Deutschen Qigong Gesellschaft führte.
So korrigiert der Beschluss der Mitgliederversammlung des TQN nun gezwungenermaßen einen bei der Gründung des DDQT gemachten Fehler, der in seiner Konsequenz damals leider nicht bedacht wurde, nämlich die Gleichstellung von einzelnen Ausbildungsinstituten und Verbänden.
Vorstand und Mitglieder äußerten sehr geschlossen die Hoffnung, dass durch den Austritt alle Seiten, inklusive der bereits zuvor aus dem DDQT ausgetretenen Mitglieder, zu neuer Beweglichkeit in Richtung eines funktionierenden Dachverbands motiviert sind.
Der Vorstand des Taijiquan & Qigong Netzwerkes verfolgt weiter die Vision, die bestehenden Qualitätsnachweise wie das »Qualitätssiegel« des Netzwerks, das »Gütesiegel« des DDQT und die Nachweise anderer Verbände, zu einem gemeinsamen fachbezogenen Qualitätssiegel für Taijiquan bzw. Qigong zusammenzufassen. Er hofft, dass alle Verbände wie auch die im bisherigen DDQT vertretenen Ausbilder sich dafür einsetzen.
Die Tatsache, dass der Austritt aus dem DDQT mit geringer Mehrheit beschlossen wurde, ist dem Vorstand des Netzwerks zusätzlicher Ansporn, das bereits im Vorfeld der Sitzung ausgesprochene Kooperationsangebot an alle Seiten zu bekräftigen.“

(Quelle: TQJ-Website, http://www.tqj.de/aktuell.html)


Dazu folgender Kommentar:

Das TQN bezeichnet sich selbst als Verband, ist aber nur ein Verein. Allerdings zeigt diese Wortwahl – vielleicht ein Freudscher Verschreiber (?) – die Wurzel des Konflikts: Das TQN sieht sich selbst als Dachverband und positioniert sich seit geraumer Zeit in Konkurrenz zum DDQT. Und da dies mit einer Mitgliedschaft im DDQT auf Dauer nicht zu vereinbaren ist, wird nun der Austritt vollzogen.

Der TQN-Vorstand bezeichnet es als Fehler, bei der Gründung des DDQT 2003, die Ausbildungsinstitute und die Vereine, die im DDQT Mitglieder sind, gleichzustellen. Hier ist zu vermerken, dass ohne diese Gleichstellung die Gründung des DDQT – es war bereits der zweite Anlauf einen Dachverband zu gründen – wieder gescheitert wäre. Es war eine grundlegende und lange Zeit tragende Übereinkunft, dass diese Gleichstellung richtig und wichtig ist. Die Ausbildungsinstitute haben im Gründungsprozess, der wesentlich von Helmut Oberlack und Klemens J. P. Speer vorangetrieben wurde, eine wichtige Rolle gespielt, indem sie untereinander übereinkamen, sich auf verbindliche, von allen Mitspielern anerkannte grundlegende Allgemeine Ausbildungsleitlinien (AALL) zu einigen. Diese AALL bilden nach wie vor ein Herzstück des DDQT.

Die Gleichstellung von Ausbildungsinstituten und Vereinen aufheben zu wollen, kommt also de facto einem Versuch der Machtübernahme oder der Zerschlagung des DDQT gleich; und hierin offenbart sich die wahre Triebkraft der Aktivitäten des TQN gegenüber dem DDQT. Die von Austrittsdrohungen begleitete Forderung eines Mitglieds nach Satzungsänderung gemäß den eigenen Wunschvorstellungen an den Vorstand – unter Mißachtung der alleinigen Entscheidungsbefugnis einer Mitgliederversammlung zu solchen Themen – ist eines Vereins, der sich selbst die demokratische Grundstruktur auf die Fahne schreibt, nicht würdig.

Und für die vom TQN geforderte Aufhebung der Gleichstellung von Ausbildungsinstituten und Vereinen im DDQT kann auch der Vorstand – selbst wenn er es wollte – keine 2/3-Mehrheit organisieren, da die Verärgerung über die Netzwerk-Politik bei den im DDQT organisierten Ausbildungsinstituten sehr groß ist – wie die aktuelle Austrittswelle der „Doppelmitglieder“ aus dem TQN ja zeigt.

Netzwerk-Austritte

Aufgrund des Beschlusses einer a. o. MV des TQN (Taijiquan & Qigong Netzwerk) einem Antrag des Vorstands zu folgen und aus dem DDQT (Deutscher Dachverband für Qigong und Taijiquan) auszutreten, treten nun viele Netzwerker/innen aus dem TQN aus. Hier eine Auflistung der mir bisher bekannten Austritte:

  • Wilhelm Mertens, ehemaliger Ehrenvorsitzender
  • Dietlind Zimmermann
  • Zuzana Thaller
  • Manfred Folkers
  • Detlef Klossow
  • Christian Auerbach
  • Norbert Heinrich
  • Christoph Stumpe
  • Isolde Schwarz
  • Christian Szeglat
  • Michael Plötz
  • Katrin Ewald
  • Annette Maul
  • Peter Wolfrum

Angekündigt haben ihren Austritt außerdem:

  • Helmut Oberlack

Wer über weitere Austritte Kenntnis hat oder selber ausgetreten ist, möge mich bitte informieren, damit ich die Liste fortsetzen kann.

Leitfaden Prävention

Der aktuelle Leitfaden Prävention, der Handlungsfelder und Kriterien des GKV-Spitzenverbandes zur Umsetzung der §§ 20 und 20a SGB V vom 21. Juni 2000 in der Fassung vom 10. Dezember 2014 beschreibt, fordert im Rahmen der Anbieterkriterien weiterhin als Grundqualifikation einen staatlich anerkannten Berufs- oder Studienabschluss im jeweiligen Fachgebiet (Handlungsfeld) (S. 44).

Für das Handlungsfeld Stressmanagement (S. 59 ff.) ist als Grundqualifikation im Prinzip auch wieder ein staatlich anerkannter Berufs- oder Studienabschluß in einem Gesundheits- oder Sozialberuf erforderlich (S. 65). Über die Fußnote 122 gibt es jetzt aber für die Methoden Taiji Quan und Qigong eine Öffnung für Menschen mit staatlich anerkanntem Berufs- oder Studienabschluß außerhalb des Gesundheits- und Sozialbereichs, wenn zusätzlich zu den Anforderungen­ an­ die­ Zusatzqualifikation­ (300 UE Ausbildung im Präsenzunterricht in mindestens 2 Jahren) mindestens­ 200­ UE entsprechende Kursleitererfahrung nachgewiesen werden kann.

Allerdings sind damit z.B. Heilpraktiker (kein staatlich anerkannter Berufsabschluß) nach wie vor außen vor – Juristen dafür aber drin.

Beispielsweise hätte ein Studienabbrecher, der eine Kneipe aufmacht und tagsüber als Autor sein Geld verdient, anschließend ein paar Jahre in China Taiji Quan lernt, zurückkommt und hier eine formale Taiji Quan Lehrer-Ausbildung abschließt, dann 5 Jahre Taiji Quan unterrichtet und nebenbei eine Heilpraktiker-Prüfung ablegt, nach wie vor keine Chance auf Anerkennung durch die ZPP (Zentrale Prüfstelle Prävention).

ZPP: „Methodenmix“ Taiji Quan und Qigong

Aus der Ablehnung eines Antrags auf Anerkennung eines Präventionskurses durch die ZPP (Zentrale Prüfstelle Prävention):

„Ein Methodenmix aus Tai Chi und Qigong ist nicht zulässig.“

Finde ich klasse, dass die Sachbearbeiter bei der ZPP über derart große Fachkompetenz verfügen, dass sie Taiji Quan und Qigong so glasklar auseinanderhalten können und genau wissen, dass das eine mit dem anderen überhaupt nichts zu tun hat.

Selbst ich werfe nach über 20 Jahren Praxiserfahrung diese so unterschiedlichen Methoden immer wieder durcheinander.  Und dann gibt es da doch sogar Systeme die sich „Die achtzehnteilige Reihe des Taiji-Qigong“ nennen. Was soll das denn? Der Urheber dieser Bewegungsfolge – die wahrscheinlich überhaupt nicht präventiv wirkt – kannte sich da ja wohl überhaupt nicht aus.


Anm.: Bei diesem Beitrag handelt es sich – bis auf den ersten Satz und das Zitat – um Satire.

TQN MV 18.04.2015

Das Taijiquan & Qigong Netzwerk (TQN) hat zu einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung am 18. April 2015 ins Naturfreundehaus Hannover eingeladen.
Einziges Thema auf dieser a.o. MV wird die Mitgliedschaft des TQN im DDQT (Deutscher Dachverband für Qigong und Taijiquan) sein. Da dieses Thema innerhalb des TQN sehr kontrovers diskutiert wird, ist es besonders wichtig, dass möglichst viele Mitglieder an dieser a.o. MV teilnehmen.
Es wäre schade, wenn eine derart wichtige und in den Konsequanzen weitreichende Entscheidung nur von wenigen anwesenden Mitgliedern entschieden würde.
Zur Erinnerung: Die DQGG (Deutsche Qi Gong Gesellschaft) hat Ende 2013 den Austritt aus dem DDQT auf einer MV mit nur 19 JA-Stimmen beschlossen (bei ca. 1.200 Mitgliedern waren also nur 1,6 % der Mitglieder explizit für diesen Austritt).
Weitere Informationen über das Zustandekommen dieses Austritts und über die DQGG-internen Querelen können auf dem Portal taiji-europa.de in Beiträgen von Dr. Zuzana Sebkova-Thaller und Manfred Folkers nachgelesen werden.

DDQT JHV 21.02.2015

Die nächste Jahreshauptversammlung (JHV) des Deutschen Dachverbands für Qigong und Taijiquan (DDQT) findet am Samstag, 21. Februar 2015, 10 – 17 Uhr im „Cafe Kargah“, Zur Bettenfedernfabrik 1, 30451 Hannover statt.
Alle Mitglieder und Gütesiegelträger sind herzlich eingeladen sich aktiv einzubringen.
Es stehen wichtige Änderungen zur Mitgliederstruktur und zu den Ausbildungsleitlinien zur Diskussion und Entscheidung an.
So sollen zukünftig auch Lehrer und Kursleiter mit DDQT-Gütesiegel direkte Mitglieder im Dachverband werden können.
Außerdem steht eine mögliche Untergliederung der Qualifizierungsstufe (nach AALL) „Kursleiter“ in „einfache Kursleiter“ und in „Kursleiter in der Prävention“ zur Diskussion.
Meine Meinung dazu habe ich in dem Beitrag Qualifizierungsstufen – Kursleiter Prävention zum Ausdruck gebracht.

Sabine & Dr. Peter Wolfrum